Ist der Mensch ein Schädling?

Der Mensch ist ein Schädling. Zumindest haben wir oft Gefühl, einer zu sein. Wir verbrauchen unsere Ressourcen und zurück bleiben nur Reste und Verpackungen. In naher Zukunft haben wir die Erde ausgebeutet und unseren einzigen Lebensraum zerstört. Die Erde ist aber noch nicht tot. Vielleicht muss man das Konzept, der Mensch sei prinzipiell ein Schädling, überdenken. Ist er nicht viel mehr in einer privilegierten Situation, mit seinem Handeln die Welt nicht nur zu verändern, sondern sogar zu verbessern? Warum nicht ein Konzept entwickeln, das den Menschen positiv als Nützling definiert? Diese Fragen stellt sich der Cradle2Cradle (übersetzt „Von Wiege zu Wiege“) e.V., der die Ehre hat, in diesem Flurfunk vorgestellt zu werden.

 

Der 2012 gegründete Verein entspringt der Cradle2Cradle Denkschule. Diese Denkschule hat sich die Natur zum Vorbild gemacht. Alles was in der Natur produziert wird, verrottet und wird zum Nährstoff. Alles wird zu Nahrung oder zu Nährstoffen für etwas anderes. Anstelle von „Zero Waste“ entsteht eine kontinuierliche Kreislaufwirtschaft. Denn ganz ohne Gebrauch von Rohstoffen geht es auch nicht. Produkte sollen bereits in Ihrer Entwicklung in einem intelligenten Wertschöpfungskreislauf eingebunden werden.

 

Die Idee ist umfassend, aber Umsetzungen lassen sich im Kleinen finden. Wie zum Beispiel Komposttoiletten für Großevents, die ohne Chemikalien und Wasser ihren Zweck erfüllen. Die Notdurft wird mit Sägespänen zu einer nährreichen Biomasse gemischt, um wenig fruchtbare Böden mit Nährstoffen anzureichern. Nahrung wird sprichwörtlich zu Nahrung. Besonders spannend wird es, wenn die Denkschule sich über vertraute Begriffe hinwegsetzt. Was ist Qualität, vorausgesetzt es soll wiederverwendbar sein?

 

Was sind die Ziele des Cradle2Cradle e.V.?

 

Langfristig will die NGO (Nichtregierungs-Organisazion), dass das Prinzip in Deutschland und in der Welt zur Selbstverständlichkeit wird. Sie wollen ihre Arbeit obsolet machen. Kurzfristig sind die Ziele bescheidener. „In Hinblick auf die nächsten Jahre wäre es toll, wenn viele Menschen in Deutschland von C2C erfahren“, sagt Benedikt Wanner aus der Geschäftsstelle in Berlin „und durch unsere Arbeit motiviert werden, sich für eine Veränderung im Sinne der Cradle to Cradle Denkschule einzusetzen.“ (forum 2015, Sonderausgabe).

 

Wir vom Kombinat schätzen am Cradle2Cradle Projekt besonders seine Ganzheitlichkeit. Fortschrittliche Entwicklungen brauchen viel Mut und enorme Anstrengungen. Die Umstellung von einem linearen System zu einem Kreislauf erfolgt nicht von heute auf morgen. Um nachhaltig zu handeln, muss nachhaltig gedacht werden. Und dazu möchten wir vom Kombinat Süd unseren Beitrag leisten.

 

Deswegen laden wir alle Interessierten zu einer Info- und Gründungsveranstaltung der Regionalgruppe Jena am Montag, den 19.10, im Gebäude des Kombinats ein. Nähere Informationen entnehmt ihr bitte hier.

 

Wir wünschen Euch eine Schöne Woche,

 

Euer Kombinat-Süd

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