Und, was hattest du heute im Türchen?

Liebe Freunde des Kombinats,

Es ist Freitag vor dem ersten Advent. Als Kind war ich immer hochaufgeregt, denn schon über-über-übermorgen durfte ich das erste Türchen aufmachen. Es war mir immer eine große Freude, mit einem Streichmesser dieses weiß umfilmte Stück Schokolade aus seiner Luke zu pulen. Kaum hatte man das Fach mit der Nummer 1 gefunden und den leicht muffigen Geschmack wieder aus dem Mund, machte man sich meist auch schon auf die Suche nach dem zweiten und dritten und vierten Türchen. Ich erinnere mich, dass ich oft gesagt habe: „Die 15 gibt es nicht. Die ist nicht mit drauf. Die haben sie vergessen.“ In Wahrheit war ich einfach zu faul oder- das kam auch vor- die Zahl war ungünstig auf das bunte Motiv gedruckt, sodass sie einfach optisch verschwand. Meine Schwester hatte ihren Kalender spätestens zum Nikolaus besenrein. Ich denke, das ist in vielen Familien Standard, dass der kleine Schokoladentester erst ab 10 Stückchen was über die Qualität der Ware sagen kann. Und da ist es egal, ob man die liebevoll befüllten Säckchen einfach ein bisschen mit Steinen auspolstert oder das perforierte Türchen ganz vorsichtig wieder verschloss, die Eltern haben es bemerkt. So clever, wie man sich selbst einstufte war man dann in den meisten Fällen doch nicht und der große Kalenderschwindel flog auf. Beneidet habe ich immer die Kinder, die im Kindergarten erzählten, sie hätten zwei oder gar fünf solcher Adventskalender. „Von wem?“, fragte ich mich immer. Und ich habe mir ein bisschen ins Fäustchen gelacht, weil ich wusste, die können sich niemals alles merken, was sie im Türchen hatten, wenn das immer so viel ist. Bei mir war es einfach: Wenn mich einer der Erwachsenen in einem pädagogischen Impuls fragte: „Und was hattest du heute in deinem Türchen“, konnte ich immer antworten: „AUTO!“

Wir freuen uns auf die Adventszeit, weil wir so gern zurückdenken. Und dieser Mix aus umgesetzten Erinnerungen und neuen Inspirationen auf der Straße hat einen ganz besonderen Reiz, dem sich auch der größte Eisklotz wahrscheinlich nicht entziehen kann.

Während wir uns aber so schön mit Spekulatius und Lebkuchen auf den Schoß krümeln, bestellt die ukrainische Regierung Dieselmotoren beim christdemokratischen Weihnachtsengel Angela, damit es eine Winteroffensive im östlichen Teil der Ukraine geben kann. Wie wäre es liebe Angela, ein paar Container auf die Reise zu schicken, allerdings ohne einen Motor. Pack sie randvoll mit Weihnachtskalendern und schenk jedem Kind 5 davon. Es wäre wunderbar, wenn sie auf die Frage „Na, was hattest du in deinem Türchen?“ ganz lange überlegen müssten.

Das Kombinat Süd wünscht allen Kalenderspickern und schwerstkriminellen Schokoladendieben ein schönes Adventswochenende. Lasst euch nicht bemalen und nehmt euch Zeit. Egal woher und egal wofür.

Mit gründlichen Grüßen, euer Kombinat.

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